Ich liebe mein Auto – Autogesteuert durchs Leben.

Beziehungsstatus: Autoliebe

Porsche mit Kunst-Bemalung. Quelle: skeeze / Pixabay

Ein Auto braucht nur einmal im Jahr neue Schuhe.

Mein größter Wunsch ist es, mein Auto – einen, nein, meinen einmaligen Golf 6 – heiraten zu können. Natürlich ist dies nicht in Deutschland erlaubt, weshalb auch immer. Viele Menschen verlieben sich in ihre Autos. Dabei gibt es noch viel Verrückteres: So gibt es Menschen, die mit Steinen oder ihrem Kissen verheiratet sind. Wieso Deutschland meine Liebe dann nicht akzeptiert, bleibt mir bis heute ein Rätsel.

Schon morgens wird mir bewusst, wieso ich eine große Autoliebe entwickelt habe. Ich wache in meinem Bett auf – und zwar alleine und ohne Partner. Schon der erste Vorteil gegenüber einer Lebenspartnerin. Ich werde nicht angesprochen, nach nichts gefragt und kann meine Ruhe genießen. Ein Blick aus dem Fenster offenbart mir dennoch, dass mein Auto natürlich nicht einfach fortgelaufen ist. Nachdem ich mich also fertig gemacht habe, setze ich mich in mein Golf. Er fährt los, unterhält mich dabei mit guter Musik oder informiert mich über wichtige Nachrichten. Einfach eine perfekte Autoliebe. Komme ich nachmittags wieder nach Hause, kann ich ihn ohne Erklärungen auf dem Parkplatz abstellen und mich von ihm bis zum nächsten Morgen trennen.

Doch eine Liebe beruht natürlich auf Gegenseitigkeit. Daher nehme ich mir vor allem am Wochenenden viel Zeit für meinen Schatz. Der Golf ist natürlich schon lange nicht mehr im originalen Zustand. Doch als richtigen „Tuner“ kann mich mit Sicherheit auch niemand bezeichnen. Das möchte ich auch selbst nicht, da ich mich schließlich im Autohaus in meinen Golf verliebt habe. Dennoch habe ich meinem Liebling einige Neuerungen beschert. Ein ausfahrbarer DVD-Player und größere Felgen lassen ihn sowohl von außen, als auch von innen deutlich schöner und dynamischer wirken.

Auto bei einer Hochzeit mit Blumenschmuck.

Quelle: Hans / Pixabay

Doch wer wirklich richtig Autogesteuert durchs Leben fährt, der lässt sich auch einige Autotreffen nicht entgehen. So war ich mit meinem neuen Golf 6 schon in Bayern oder am bekannten Wörthersee auf großen Autotreffen. Auch wenn dort wirklich schöne Modelle unterwegs waren, blieb ich meinem Schatz treu. Die alkoholreichen Abende haben mir deutlich gezeigt, dass ich nur an meinen Schatz denke. Somit galt stets das Motto: Nur anschauen, nicht anfassen.

Allerdings gibt es, wie in eigentlich jeder Beziehung, auch einige Probleme in unserer Beziehung: Die Kosten. Alle drei Wochen muss ich meinen Golf 6 mit Nährstoffen versorgen, da er sonst zu schwach wäre, um mich im Alltag zu begleiten. Rechne ich die Spritkosten hoch, stellt sich jedoch heraus, dass mein Golf weniger Geld kostet als ich – und somit auch weniger, als ein menschlicher Partner. Daher gehe ich mit ruhigem Gewissen an die Tankstelle und hoffe, dass er so lange wie möglich an meiner Seite bleiben wird.
Doch das war es leider noch nicht. Wenn ich beispielsweise neue Schuhe brauche (ca. 1 Mal im Jahr), benötigt mein Golf eine ausführliche Inspektion. Ohnehin ist eine Untersuchung beim Arzt notwendig, um Krankheiten vorzubeugen und Schlimmeres vermeiden zu können. Wenn die ersten Probleme auftauchen, ist es oftmals schon zu spät. Das ist beim Auto natürlich nicht anders. Auch wenn die Inspektion wieder einiges an Geld kostet, gönne ich es meinem Golf natürlich gerne. Gewisse Ansprüche hat natürlich jeder, egal ob Mensch oder Auto, denn kostenlos und problemlos ist keine Beziehung der Welt.

Zum Schluss noch ein lustiger Autospruch:

🙂 Wieso zu Fuß gehen, ich hab doch vier gesunde Reifen.

Ich liebe mein Auto – Autogesteuert durchs Leben.
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