Smartphonegesteuert – Bist du auch schon Smartphonesüchtig?

Hilfe, ohne Smartphone fühle ich mich nackt.

Handysucht als Grafik dargestellt. Quelle: geralt / Pixabay

Vercloudet und geliked starten wir in den Tag.

Fragt ihr eure Eltern, was sie nach dem Aufwachen machen, dürften die Antworten in den allermeisten Fällen lauten: Wecker ausstellen, Kaffee kochen und gemütlich frühstücken. Ein echter Hipster und Smartphone-Junkie hat bis dahin allerdings schon ganz anderes hinter sich gebracht und würde vermutlich folgendes antworten: Neueste Memes googlen und im sozialen Netzwerk posten, den aktuellsten facebook-Status der Freunde anschauen, darüber lachen und sie liken oder die Fotos von gestern Abend in die Cloud laden. Wahlweise werden die Prominews auf Twitter verfolgt. Vercloudet und geliked startet die junge Generation dann glücklich in den Tag. Erkennst du dich in diesen Worten wieder?

Ein Handy ist schließlich mittlerweile einfach mehr als ein Handy und weit mehr als bloß ein Gerät zum Telefonieren und Simsen: Es ist essentieller Bestandteil des Alltags, weckt Emotionen und hält alle Informationen bereit, die man zur Bewältigung des Alltags benötigt. Wer Smartphonesüchtig ist, spürt das unter anderem an neuen, vorher gänzlich unbekannten Muskeln in Fingern. Renommierte Forscher haben bereits herausgefunden, dass sich die menschliche Muskulatur aktuell im Wandel befindet und sich die Handknochen an die ungewohnten Bewegungen am Smartphone anpassen. Besonders Daumen und Zeigefinger wandeln sich, da sie für das Herumwischen, Zoomen und all die anderen Bewegungen beim Smartphone notwendig sind. „Alles ganz normal und notwendig“, mag sich hingegen der Smartphonesüchtige Mensch denken.

Wer nach einem Smartphone süchtig ist, findet nur beschwerlich seine Ruhe und benutzt das Smartphone, wann immer es geht: In der Arztpraxis – aber nicht bloß im Wartesaal, sondern auch im Sprechzimmer, um die Aussagen des Doktors parieren zu können. In der Uni im Hörsaal, wenn die Vorlesung einmal mehr langweilig oder die Klausur zu schwer ist. Im Büro, wenn der Chef gerade einmal nicht hinsieht und die Zigarettenpause schon aufgebraucht ist. Mitunter auch im Bett, wenn der Lebenspartner mal nicht hinsieht. Das kann man dann durchaus schon mal als Sucht bezeichnen und vor allem Letzteres mag den einen oder anderen Disput mit sich bringen. „Aber nein, ganz normal“, sagt hingegen der wirklich Süchtige.

Smartphone mit Touchscreen bedienen.

Quelle: relexahotels / Pixabay

Er negiert die bestimmende Kraft des Smartphones, das weiterhilft, wenn man nicht weiß, in welche Bahn man einsteigen soll, wann der nächste Zug fährt, wo der nächste Stau sein wird und bald wohl auch, wann Mama und Papa das Essen fertig zubereitet haben und man sich aus der virtuellen Welt erheben muss, um an den Essenstisch zu gelangen.

Ein Smartphonesüchtiger kennt nämlich die neuesten Apps, hört Musik unlängst über Spotify, chattet bei WhatsApp und verabredet sich ebenda, hat die MeinFernbus-App, um schnell von A nach B zu kommen oder bestellt sich ein günstiges, privates Taxi über Uber. Der Smartphonegesteuerte stellt seine Fotos bei Instagram ein, um sie danach bei facebook zu teilen und erhält Benachrichtigungen, wenn ein wichtiges Update ansteht. Das Allerwichtigste zum Fotografieren: Das Mittagessen. Es ist ja so besonders. Wow. Und vor allem vergisst ein Smartphonesüchtiger dabei eines: Das Smartphone ab und zu einfach mal ausschalten und die Apps der realen Welt wahrzunehmen. Aber warum, wenn Daddeln einfach zu viel Freude bereitet.

Smartphonegesteuert – Bist du auch schon Smartphonesüchtig?
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